Dominik Schrage English Startseite   Biografisches   Veröffentlichungen   Lehre   Links       

 


Privatdozent am Institut für Soziologie der TU Dresden.

Wintersemester 2010/2011 bis Wintersemester 2011/12
Vertretung der Professur für Kultursoziologie
an der Leuphana Universität Lüneburg.

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Mitgliedschaften:
Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS),
Sektion Kultursoziologie in der DGS (Vorstand),
Arbeitsgruppe Konsumsoziologie.

Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung.


 

Ausgewählte Publikationen und Forschungskontexte:

 

Arbeitsgebiete und Forschungsprojekte


Monographie:
Dominik Schrage:
Die Verfügbarkeit der Dinge.
Eine historische Soziologie des Konsums,
Frankfurt a.M./New York (Campus) 2009.

Rezensionen:
H Soz u Kult 16.6.2011 (S. Kühn)
European J. of Sociology 3(2010) 538-41 (P. Wöhrle)
Zt. f. Unternehmensgeschichte 2/2011 (E. Comer-Arldt)
Neue Politische Literatur 1/2011 5-35 (Sammelrez. M. Möhring)
ZfMedienwissenschaft Dez. 2010 (Doppelrez. M. Seeliger)
economic sociology/european newsletter
1(2010) 74-75 (Doppelrez. K.-U. Hellmann)


AG Konsumsoziologie (seit 2003, in Zusammenarbeit mit Kai-Uwe Hellmann)

K.-U. Hellmann/D. Schrage (Hg.):
Buchreihe "Konsumsoziologie und Massenkultur", Wiesbaden (VS Verlag) 2004ff.

 


"Konsumismus als modernes Weltverhältnis"
Historische Soziologie und Gesellschaftstheorie des modernen Konsums.

Der Konsum wird in der Soziologie zumeist als wirtschaftliches oder ungleichheitsbezogenes Phänomen, als Datenbasis für Analysen des Verbraucherverhaltens oder als privilegierter Ausdruck von Lebensstilen angesehen. So triftig diese Zuschreibungen sind, es stellt sich doch die Frage, weshalb der moderne Konsum derart disparate Funktionen übernehmen kann. Meine Arbeiten zur Soziologie des Konsums widmen sich vor diesem Hintergrund einerseits der Genealogie der modernen Konsumvergesellschaftung als einem bislang vernachlässigten Modernisierungsprozess und andererseits den subjektivitätsgenerierenden Effekten des modernen Massenkonsums.



Monographie: "Psychotechnik und Radiophonie. Subjektkonstruktionen in artifiziellen Wirklichkeiten 1918-1932", München 2001

Aktueller Aufsatz: "Erleben, Verstehen, Vergleichen. Eine soziologische Perspektive auf die auditive Wahrnehmung im 20. Jahrhundert", in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Heft 2/2011: Politik und Kultur des Klangs im 20. Jahrhundert (Hg. Daniel Morat, Christine Bartlitz, Jan-Holger Kirsch). S. 269-276.

 

Soziologie und Geschichte medialer und datenförmiger Vergesellschaftung

Meine Dissertation sowie eine Reihe weiterer Publikationen befassen sich mit der Konstitution von Subjektivität durch mediale und sozialregulative Verfahren, ausgehend von umfassenden Archivrecherechen zur Psychotechnik und Radioverwendung in den 1920er Jahren. Die Psychotechnik etabliert sich im Zuge der Rationalisierungsprogramme der 1920er Jahre als eine erste Spielart angewandter Psychologie. Ihre Eignungstests informieren über die psychischen Eigenschaften von Individuen, indem sie sie auf ihre durchschnittliche Verteilung in Gruppen sowie auf funktionale Anforderungen (v.a. der Arbeitswelt) beziehen. Zeitgleich wird mit der Einführung des Radios das simultane Erleben eines räumlich verstreuten Publikums zu einer neuen Facette sozialer Wirklichkeit, die durch dramaturgische und technische Mittel gestaltbar ist. In der Psychotechnik wie in der Radioverwendung geht es nicht einfach um Auffassungen von Subjektivität, sondern um Subjektkonstruktionen, die ohne die entsprechenden Instrumente gar nicht zu haben sind. Psychotechnik und Radiophonie kommen so als Verfahren in den Blick, welche die tradierte Grenze zwischen Innen- und Außenwelt unterlaufen und neuartige, instrumentell-regulative Subjektivierungsweisen etablieren. Auf die Vorarbeiten des Dissertationsprojekts greife ich auch in neueren Publikationen im Spannungfeld von Mediensoziologie, Kultursoziologie und Theorie der Moderne zurück. In letzter Zeit bin ich dabei, eine allgemeinere Perspektive auf die Soziologie auditiver Wahrnehmung (unter den Bedingungen technischer Medien) zu entwickeln.



Sektion Kultursoziologie in der DGS

Publikation: Lutz Hieber/Dominik Schrage (Hg.): Technische Reproduzierbarkeit, Bielefeld 2007

Tagung: "Technologie und Massenmedien" (Org. Lutz Hieber/Dominik Schrage), Hannover 2005

Aufsatz: "Divergierende Alteritätserfahrungen in der Kultursoziologie. Überlegungen zum Anlass der Diskussion um kulturelle Qualitätskriterien", in: Sociologia Internationalis, Heft 1/2009, S. 91-114.

 


Kultursoziologie und/als soziologische Theorie der Moderne

Mein Bestreben in der Sektion Kultursoziologie, der ich seit 1998 angehöre, ist es, die Breite der verschiedenen, älteren wie neueren Positionen der Gesellschafts- und Kulturtheorie präsent zu halten und dabei besonders die Übergänge zwischen kultur- und allgemeinsoziologischen Theorien zu betonen. Ich teile die mit der Geschichte dieser Sektion verbundene Auffassung, dass es sich bei der Kultursoziologie zwar einerseits um eine spezielle Soziologie kultureller Sparten handelt (im Sinne einer Literatur-, Kunst- oder Musiksoziologie), sie aber andererseits auch eine für die Soziologie insgesamt unverzichtbare allgemeine Perspektive auf die ästhetischen, technisch-medialen, religiösen und sprachlichen Wirklichkeitsdimensionen darstellt, ohne die weder eine Theorie der Gesellschaft, noch eine gesellschaftstheoretisch informierte soziologische Gegenwartsdiagnose auskommt. Von besonderer Bedeutung ist für mich in diesem Zusammenhang eine elaborierte Theorie der Massenkultur, die ihren Gegenstand nicht aus einer normativ geleiteten Unterscheidung von einer "Hochkultur" gewinnt, sondern die kulturellen Zäsuren des 20. Jahrhunderts auf die zunehmende Relevanz technischer Medien (Massenmedien) und veränderter Lebensweisen (Auflösung ständisch-klassenbezogener Partialkulturen) sowie voraussetzungsarmer Aneignungsformen (Konsum) und neuer Trägergruppen (Mittelschicht) zurückführt.



Publikation: D. Schrage (Hg.): "Die Flut. Diskursanalysen des Dresdner Hochwassers im August 2002", Münster 2005. (Ergebnisse eines Forschungsseminars)

Aufsatz: "Kultur als Materialität oder Material - Diskurstheorie oder Diskursanalyse?" In: Karl-Siegbert Rehberg (Hg.): Soziale Ungleichheit - Kulturelle Unterschiede, Verhandlungen des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in München 2004, Frankfurt a.M./New York (Campus) 2006 (CD-ROM).

 


Diskursanalyse im Anschluss an Foucault
Neben den gesellschaftstheoretisch noch nicht ausreichend ausgeschöpften Überlegungen Michel Foucaults zum Konzept der Normalisierung stellt auch sein Verständnis der Diskursanalyse einen Bezugspunkt meiner eigenen Arbeiten dar. Allerdings stehe ich neueren Versuchen, die Diskursanalyse Foucaultscher Prägung als eine sozialwissenschaftliche Methode zu reformulieren, eher skeptisch gegenüber, denn mir scheinen dabei zentrale Prämissen des Foucaultschen Konzepts - insbesondere die Ausklammerung der Akteursperspektive - aus dem Blick zu geraten. Gleichwohl ist die diskursanalytische Perspektive, welche die Eigenqualität semantischer Prozesse in der Abgrenzung von Akteursintentionen und sozialstrukturellen Determinanten hervorhebt, gut dazu geeignet, materiale soziologische Forschungen anzuleiten: Denn ihr wichtigstes Anliegen ist die Kontrolle von begrifflichen Vorverständigungen, die sich besonders bei der Bearbeitung sprachlicher Zeugnisse manifestieren (vgl. meinen Beitrag "Was ist ein Diskurs"). In einem soziologischen Forschungsseminar zum Elbe-Hochwasser im Jahr 2002, aus dem auch eine Publikation hervorgegangen ist, wurde versucht, die diskursanalytische Perspektive in diesem Sinne auf einen ungewöhnlichen Gegenstand zu beziehen, eine soziale Ausnahmesituation.